Zug der Zeiten – ungefestigt

Alle Jahre, alle Monde
Zeigen mir die Wolkenzüge
Ihre sagenhaften Fratzen
Ihre kolossalen Schlachten
Rotdurchglüht und todesschwarz.
Wickeln mit lymphösen Binden
Klebrigfeucht die Frühlingsblüten
Wehen weg im kalten Ost.
Stauen sich zu Eisgebirgen
Mitten in der Sommerhitze.
Über den Gewittergipfeln
Schwingt die Sonne goldene Bänder
Und es tummeln sich die Nymphen
Nackt und rund an Brust und Hüften
Vor dem Mannsvolk in den Lüften.
So erschau ich, was ich lebe:
Ewig wiederholte Formen
Eine Welt verwehter Normen
Alles immer in der Schwebe.

Mehr auf
http://immediator.de/buecher/index.html

2 Kommentare zu “Zug der Zeiten – ungefestigt

  1. Immo Sennewalds „Zug der Zeiten – ungefestigt“ ist ein glänzendes Beispiel sprachlich und menschlich reifer Lyrik, bildgewaltig und voller Symbolik. Die Mischung aus Endreimen und Waisen auf den sanften Wellen des vierhebigen Trochäus hält das Gedicht – im Einklang mit seinem Gehalt – auch klanglich in der Schwebe.

    Lieber Immo, ein ganz großes (nicht ganz neidloses, nichtsdestotrotz herzliches) Kompliment von Lothar Thiel

  2. lieber immo,

    das gedicht hat mich für eine lange sekunde entführt aus büro und alltag.

    danke dafür, du kluger, sensibler, ver-rückter und warmherziger freund!

    carla

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.