Wünsche, Pläne, Lügen und Gewalt

'David' by Michelangelo JBU0001

Der Mensch – zwischen Wunsch und Realität

Vorwort zur Neufassung des Buches „Der menschliche Kosmos“

Das Schicksal des Menschen ist der Mensch.

Das gilt für den Einzelnen, der kaum längere Zeit ungesellig leben kann, wenn er essen, trinken, sich warm halten und soziale Grundbedürfnisse befriedigen will.

Das gilt für die Gattung in einer enger werdenden Welt mit knappen Ressourcen und begrenzten Räumen. Zwar werden natürliche Katastrophen unsere Spezies immer gefährden – niemals werden sich Erdbeben, Überflutungen, Brände, Seuchen, Einschläge von Asteroiden oder kosmische Strahlung gänzlich beherrschen lassen – aber wir stehen heute mehr denn je vor der Frage, ob nicht menschliches Handeln, ob nicht seine Formen sozialer Interaktion das eigentliche Problem sind.

Können wir Konflikte zwischen konkurrierenden Gruppen – Nationen, Kulturen, Ethnien, Religionen, Konzernen, Banken, Regierungen, Parteien oder sonstiger (an Stämme der Steinzeit erinnernder) Organisationsformen – anders als durch Gewalt lösen? Sind nicht aggressive Strebungen, Dominanzwünsche und Gewalt elementare Strategien des Überlebens?

Gewalt als Schlägereien, Revolten, Kriege und Terrorattacken hat es immer gegeben, sie dauert fort und findet neue Formen im Cyberspace. Der Einzelne hatte wenig mehr als den Zufall auf seiner Seite, wenn es ums Überleben ging. Die naturwüchsige Strategie von Herden, Schwärmen, Sippen, Horden, Banden verbesserte seine Chancen, alle profitierten vom Schutz, vom Fortbestand der Gemeinschaft, Verlierer blieb immer der Einzelne. Ähnlich verhält es sich mit Strategien der stammeskulturell geprägten Meute, des Mobs, der Staaten, Unternehmen und Verbände aller Art.

Mit der Entwicklung moderner Staaten und Firmen samt Heeren von Arbeitern und Angestellten wird das Phänomen struktureller Gewalt interessant: Es gibt Organisationen, die nach außen und innen rücksichtslos ihre Interessen zur Selbsterhaltung durchsetzen – gegen Leib und Leben des Einzelnen, gegen die Konkurrenz, das Gemeinwesen und gegen die Natur.  Sie trachten danach, sich mit besonderen Rechten auszustatten – auf nationaler, zunehmend supranationaler Ebene, so dass weder sie selbst noch eines ihrer Mitglieder für jede Art Fehlleistung in Haftung zu nehmen wären. Solche Organisationen versuchen mit legalen oder kriminellen Mitteln, die Grundlage allgemeinen Rechts zu usurpieren: das „Gewaltmonopol des Staates“. Dass Konflikte eskalieren, dass sie in vollkommene Zerstörung münden, nehmen sie schlimmstenfalls in Kauf. Sie stellen die ihnen zugehörigen Menschen von Verantwortung frei und machen sie zu willfährigen Handlangern.

Der Vorgang wird an den totalitären Systemen des Kommunismus und Nationalsozialismus deutlich. Religiöse oder andere ideologische Verklärungen von Gewalt gab es seit je – hier wuchs sie unterm Deckmantel von Heilsversprechen für ihre Gefolgschaft auf die Dimension von Genoziden und Weltkriegen an. Angesichts globaler Auswirkungen, die seit dem 20. Jahrhundert sowohl mit Kriegen unmittelbar, als auch mit Angriffen auf Energie- oder Finanzwirtschaft, Informations-und Versorgungssysteme einhergehen, ist zu fragen, ob Konflikte zwischen Menschen auch künftig so unvermeidlich und unbeherrschbar bleiben wie Naturereignisse.

Lässt sich das Verhalten von Milliarden Menschen nicht auf ein friedliches, ausbalanciertes Zusammenleben hin beeinflussen, auf kooperative Strategien der Individuen und ihrer Organisationen, zum Nutzen der Gattung mit ihrer Kultur (Technik) und der sie umgebenden Natur? Derzeit erscheint das – mit dem Blick auf politische Realitäten – als Wunschtraum.

Zweierlei zumindest ist sicher:

  • Konflikte sind unvermeidlich; sie erzeugen die Dynamik zwischen Gruppen von Menschen ebenso wie zwischen Individuen und dem gesamten Umfeld, mit dem wir alle interagieren: mit der Welt.
  • Konflikte werden in Zukunft ALLE betreffen. Die globale Wirtschaft wird es unvermeidlich geben und damit wechselseitige Abhängigkeiten aller von (fast) allen. Das betrifft die natürlichen Ressourcen ebenso wie den Informationsaustausch.

Angesichts dieser mit dem abgedroschenen Begriff „Komplexität“ unzulänglich beschriebenen Lage ist nichts verdächtiger als Heilslehren.

Der Artikel steht am Anfang zur Neufassung des Buches „Der menschliche Kosmos“.

Wettlauf der Killer

20170518_BalkonLebenslang musste sich mein Körper mit Gästen beschäftigen. Auch mit sich selbst, und er hat das wunderbar gemacht. Ich darf sagen, dass ich ein Mordsglück mit ihm hatte, ihn mag und gern noch viele vergnügte Jahre mit ihm zubringen möchte. Nicht alle Gäste waren willkommen, manche hatten allzu eigennützige und besitzergreifende Absichten, dann mussten Arzt und Apotheker helfen, die lästigen Besucher loszuwerden. Niemals wird sich feststellen lassen, ob solche gewaltsamen Hinauswürfe – für zahllose Viren, Bakterien, Pilze endeten sie tödlich – nicht auch Schrammen im Organismus hinterließen, die langfristig meine Lebenszeit verkürzen, aber sei’s drum: Auch ohne Arznei war mein Körper in dieser Richtung allzeit wehrhaft, er erwarb Resistenzen, das Immunsystem hat eine Menge Probleme weggeschafft. Es hat weitgehend unbemerkt sogar Krebszellen entsorgt, viele, viele Jahre lang: Ein enormer Berg Arbeit, zahllose Lernprozesse, und jetzt, da das Leben sich immer mehr der Kategorie “Rest” zuordnen lassen muss, bin ich dafür aus tiefstem Herzen dankbar.

Mir ist klar, dass der treue alte Bursche – die Geräusche von Schultern, Knien, Sprunggelenken, Wirbeln etc. legen den Ausdruck „Knacker“ nahe – es immer schwerer haben wird, nicht nur die Attacken aus dem Mikrokosmos abzuwehren, er wird auch wachsende Müllberge seines Stoffwechsels schlechter bewältigen, wird hinnehmen, wenn sich in der reichlich strapazierten Außenhülle beulenförmige Nichtsnutze einquartieren, wird in den Verdauungskanälen unerwünschte Stoffe schwerer beherrschen, wegen mürber Nervenbahnen später und weniger zuverlässig reagieren, kurz: Er wird schwächer werden, verletzbarer, während die Schmarotzer an Zahl und Diversität zunehmen. Ihnen ist egal, dass sein Tod fast immer auch den ihren zur Folge hat – sein Ende ist gewiss. Nur der genaue Zeitpunkt und der Name dessen, der den entscheidenden Treffer setzt, bleiben im Dunkel, es sei denn, Gerichtsmediziner sind gehalten, behufs gerichtlicher Auswertung einen Killer namhaft zu machen. Dann ist das Rennen aber längst gelaufen.

Hier nun stellt sich die Frage, ob ich in diesen voll entbrannten Wettlauf der Killer eingreifen sollte, und – wenn ja – wie. Ganz einfach werden Sie sagen, gehen Sie zu einem Arzt, lassen Sie sich gründlich checken, tun Sie etwas gegen erkannte Probleme und leben Sie fortan gesundheitsbewusster. Ein paar Dinge sprechen dagegen:

  • „Wer als gesund gilt, ist nur nicht genau genug untersucht“, hat irgendwann ein abgeklärter Weiser des Medizinbetriebs gesagt, und das trifft mit sehr, sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu
  • Ärzte werden entweder reich, weil sie brillant sind – dann haben sie andere Patienten als ich es bin – oder reich,  weil sie nicht brillant, aber versiert im Umgang mit bürokratischen Verhältnissen und Geldmaschinen sind, dann könnte es sein, dass sie mich besonders genau untersuchen und manches behandlungsbedürftig finden, womit mein Körper ganz gut alleine zurechtkäme. Ich habe solche zum Glück kaum kennengelernt, aber es soll sie geben, anders ist das Wachstum von Kontrollmechanismen und der Gesundheitsbürokratie kaum erklärbar. Das Wort „Krebswachstum“ drängt sich auf. Ärzte schließlich, die brillant aber nicht reich sind, gelten als aussterbende Spezies. Ich verdanke ihnen viel, vor allem, weil sie erkannten, wann sie wirklich meinem Körper zu Hilfe kommen mussten. Sie haben ebenso wie die schlecht bezahlten Pflegeberufe ein Nachwuchsproblem.
  • Die Wissenschaft tappt bei einer auf die individuelle Biographie von Patienten zielenden Medizin noch weitgehend im Dunkeln, das ist kein Wunder, denn sie sprengt alle von der Bürokratie vorgegebenen Budgets. Wo sie es versucht – folgerichtig bei den größten Killern wie dem Krebs – werden Therapien schnell unbezahlbar. Nur sehr, sehr Reiche oder Mächtige dürfen also auf Heilung hoffen, wo Ärmere einfach sterben. Böse Kenner des Fürsorgestaates nennen das „sozialverträgliches Frühableben“.

Letzteres überlasse ich gern Leuten, die Anderen vorschreiben, wie sie gesundheitsverträglich zu leben haben, damit die Sozialkosten gedeckelt werden können. Ich kenne einige, die damit unerschütterliche Heilslehren für die Welt verbinden. In der Regel ist ihre eigene Versorgung mit ärztlichen Leistungen brillant. Ob ihre Lebensfreude größer ist als meine, sei dahingestellt – ich bin wieder bei meinem Körper und seiner Biographie voller Freuden und: Wunder!

Weniger ist es nicht, was in diesem Kosmos molekularen, mikrobiologischen, physiologischen, psychischen Geschehens im Laufe der Jahrzehnte ablief und jede Sekunde abläuft. Auf bis zu drei Kilogramm wird die Masse der Kleinstlebewesen veranschlagt, die unser Dasein jederzeit teilen. Und unter ihnen gibt es – wie überall sonst in der Welt – neben Fressen und gefressen Werden, neben Konkurrenz und Verdrängung auch Symbiosen, Lernprozesse, Anpassung und Integration. Helfen nicht manche Viren dem Immunsystem, neue Strategien zu entwickeln, ohne dass wir es merken? Vom Mikrokosmos genetischer und epigenetischer Dynamik ist so viel oder so wenig bekannt wie vom Universum. Der Wissenschaft gehen die Rätsel nicht aus, eher die Mittel. Zu beobachten ist, dass ihre Grenzen weniger vom Forscherdrang als von Geldmaschinen und Bürokratie gesetzt werden.

Die Lust am Spiel ist nicht gealtert

Seltsamerweise beunruhigt mich das umso weniger, je älter ich werde. Ich habe meinem wundertätigen Körper viel Auslauf gegeben, lustvoll drauflos gelebt, und die Naturwissenschaften haben mich gelehrt, dass die auf Sicherheit programmierte Mechanik von Geldmaschinen und Bürokratie, Planwirtschaft und Heilslehren es verdienen, radikal in Frage gestellt zu werden. Wenn ich Grenzen überschritt, erwies sich das meist als großes Glück, jedenfalls als unschätzbare Erfahrung. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, sagt Erich Kästner. Konflikte waren so unvermeidlich wie förderlich. Für den Rest meines Lebens werde ich also auf meinen Körper hören wie bisher, so wenig wie möglich Zeit in Wartezimmern, Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen verbringen. Es sei denn, ich kann dort Menschen mit Literatur Vergnügen machen und sie ermutigen: Im Wettlauf mit den Killern, in der Beschränktheit des „Gesundheitswesens“.

 

Fragen nach Sinn und Ziel

Hinrichtung eines Delinquenten

Recht oder Gewalt – Macht – Lust?

Krisenherde, Gewalttätigkeiten, Kriege und Massaker in „Failed States“ treiben Bilderwogen hoch, der politische Einfluss von Nationalstaaten aufs wirtschaftliche Geschehen schwindet, die #EU ist eher ein Sanierungsfall als gestaltende Kraft im globalen Geschehen. Vor der Bundestagswahl werfen sich Parteien in Pose, ihre Programme bestehen hauptsächlich aus Worthülsen. Um ihre Handlungsunfähigkeit auf den wesentlichen Feldern wie Energie-, Migrations-, Finanz-, Abrüstungspolitik zu kaschieren, füttern sie mit Steuergeldern Korporationen – darunter zahllose sogenannte NGO -, die sie folgerichtig als willige Helfer für den Machterhalt und Schutzschild gegen unerwünschte Kritik dienstbar machen.

Statt Konflikte zu benennen und nach Lösungen zu suchen, gebrauchen fast alle Protagonisten der Wahlkämpfe den dicken Zeigefinger, der immer auf die anderen weist, und gegenüber den Wählern die bevormundende Moralkeule in der Art von Aufklebern auf Tabakverpackungen (Tödlich! Gefährlich! Klimaschädlich! Arm- und krankmachend…!). Sie mobilisieren den Versicherungs- und Vermeidungsimpuls der Wähler. Selbständigen Handlungs- und Entscheidungswillen, Meinungsfreiheit und Verantwortungsbereitschaft bremsen solche Organisationen gern aus, denn sie dienen nicht ihrem wichtigsten Ziel: Selbsterhaltung – koste es das Gemeinwesen, was es wolle.

Schauen Sie sich daraufhin die vertrauten „Gestelle“ (die Bezeichnung weist aus, dass vor allem ihre An-Gestellten nutznießen) einmal an.

Titel zu "Der menschliche Kosmos"

Gefühle, Konflikte, Strategien

Wenn Sie sich für Zusammenhänge, Strukturen und Handlungsmuster interessieren, ihre eigene Position daraufhin befragen wollen, ob und wieviel sinnvolles und erfülltes Erleben sich damit verbindet, dann lesen Sie “Der menschliche Kosmos” einfach online – so viel Sie mögen – und stellen Sie Ihre Fragen.

„Der menschliche Kosmos“ ist nämlich Ihrer.

Die unsichtbaren Führer

Erwin_Schrödinger[2]Das ist Erwin Schrödinger, ein brillanter Autor und Physiker.

Verhältnismäßig wenige Menschen kennen ihn, noch weniger verstehen seine Quantentheorie. Sie hat gleichwohl und dank der Arbeit zahlloser Wissenschaftler und Ingenieure mit und ohne Namen unser Leben völlig umgekrempelt – für die meisten unsichtbar. Die digitale Welt von heute basiert auf Erkenntnissen der Quantenphysik und der Relativitätstheorie von Albert Einstein, gewaltige Lebensleistungen von vielen anderen skalierten sie zum Menschheitspotential wie einst die Physik Newtons und die Dampfmaschine James Watts.

Schaut einer darauf, welche Macht digitale Medien heute im Alltag haben, wird er über die Kluft stolpern. die sich zwischen dem Wissen, der Erfahrung und der Weltsicht eines Erwin Schrödinger und den Wahnideen von Quoten und Umfragen auftut, die sich heute für Wissenschaft ausgeben. Massenhaft laufen Menschen, den Blick starr aufs Smartphone gerichtet, Botschaften nach, deren Macher nicht einmal versucht haben, physikalische Essentials des Mikro- und Makrokosmos, geschweige des Universums zu verstehen. „Urknall“ ist für sie nicht mehr und nicht weniger als ein gut zu bebilderndes Feuerwerk mit einigem Geräusch. Sofern sie nicht der Quote dient, entledigen sich solche Medien der Wissenschaft und ihrer aufklärerischen Bestimmung, sie wird zum Etikett. Ihre Erkenntnisse dürfen – “heruntergebrochen” auf beliebig mangelhafte Wahrnehmung – von jedem Deppen in Dienst genommen werden. Jeder Depp fühlt sich folglich auf der Höhe der ihm vom fürsorglichen Redakteur übereigneten Wissenschaftlichkeit, noch wenn er im Supermarkt seine Karotten kauft.

Nein, ich rede hier nicht von den Dominanzbotschaften religiösen Wahns, denen noch die Kernwaffe zum Instrument ihrer heiligen Bessermenschlichkeit wird: Alle andern dürfen ausgerottet werden, ehe sie sowieso in der Hölle landen, das Paradies gehört den Glaubenskriegern. Ich rede nur vom Halbwissen einer Journaille, die “Erkenntnisse” nur dann aufsucht und publiziert, wenn sie zu ihrem Brötchengeber passen. Sie geht mit Konflikten dieser Welt lässig um, solange es keine Tarifkonflikte sind. Sie brandmarkt Übeltäter umso schonungsloser, je weiter sie davon entfernt sind, karriereschädlich zu wirken.

Solche Leute zeigen mit Fingern auf Trump, ihren eigenen Anteil an der Verblödung von Wählern blenden sie gewohnheitsmäßig aus: Sie werden dafür bezahlt. Der Donald im White House wird vermutlich dem Donald des Wahlkampfes so ähnlich sehen, wie der am Zaun des Kanzleramts rüttelnde Gerhard dem Agenda-2010- und Northstream-Profiteur. „Im engen Kreis verenget sich der Sinn, es wächst der Mensch an seinen größeren Zwecken.“ – meinte Schiller, und so wurden aus Kommunisten Nazis, aus der Physikerin Merkel die Totengräberin der deutschen Kernforschung, aus allen möglichen vermeintlichen Rettern und Retterinnen der Nation, der Umwelt, der Menschenrechte, der Frauen, Minderheiten, sonstwie Benachteiligten, kurz: den Weltverbesserern aller Rassen, Religionen und Ideologien normalerweise ziemlich erfolgreiche und mächtige Profiteure oder die Opfer der nächsten Wahnideen. Ja, es gibt Ausnahmen. Die meisten machten einfach ihre Arbeit, manche wurden dadurch sogar berühmt, obwohl sie keine Anpasser waren.

Kernkraft Wellness Punk – eine deutsche Komödie (I)

tellerVon Rekorden schwingender und fliegender Teller und weshalb der Westen den Untergang des Sozialismus noch vor sich hat.

Zeit und Ort: Zwischen 1989 in Berlin, in den USA zur Jahrtausendwende und in Deutschland heute


1

Musik (Punk)

Marion: (Vor einem Foto, das sie als Punkerin mit 18 zeigt, leichthin) Für Sie hab ich das vorgekramt, das Foto und dieses Ding (zeigt einen großen Porzellanteller, lacht.)

Wie waren Sie damals, Ende der 80er Jahre? Und wo? Ost, West? Ihre Welt: russisch, … ääähh sowjetisch, kommunistisch unterworfen oder frei dank Amerika seit über vierzig Jahren? Oder waren Sie einfach nur Bundesbürger – jenseits von Gut und Böse? Wussten Sie schon, was wird? (lacht) Ich bin jetzt … die Endform von erwachsen, längst aus den Kinderschuhen. Kinderkrankheiten – alle überstanden, die Hörner abgestoßen, lange her. Nichts wächst sich mehr aus, schief bleibt schief, Träume eingekeilt in Wirklichkeit, Erinnerung zurechtgebogen, nichts wird mehr, wie’s war – aber wie war’s?

Komisch – was niemals altert, sind doch Träume. Mädchenträume … so fing meiner an: (Sie stellt den Teller auf den Rand, dreht ihn mit kräftigem Schwung, so dass er kreiselt, das Geräusch wird immer lauter, während sie abgeht, dabei wird aus dem Foto die echte Punkerin Marion, die hin und her über die Bühne hetzt. Aus dem Hintergrund brüllt Lehrer Beitler)

Lehrer Beitler Bleiben Sie stehen! Halt! Stehenbleiben, Sie kommen doch nicht weg!

Anton (steht plötzlich vor Marion, hält sie auf) Was ist denn los?

Marion Punk O Scheiße. Idiot, lass mich los!

Lehrer Beitler Halten Sie sie fest! Das ist ein Vorkommnis mit Folgen, Grosse, Marion! Dacht ich’s doch! Danke, Anton, gut gemacht, man sieht doch gleich, was ein Genosse ist.

Anton Ich bin nur Kandidat.

Lehrer Beitler Klassenbewusst, diszipliniert, wie’s einem künftigen Wissenschaftler ansteht, nehmen sie sich ein Beispiel, Grosse, das heißt: sowieso egal, Ihr Abitur können Sie sich (beginnt zu lachen) buchstäblich abschminken, na, davon wenigstens versteh ’n Sie was, von Schminke. Ich sehe Sie um eins dann beim Direktor. (ab)

Anton Tut mir leid.

Marion Punk Wieso? Du bist doch gleich eins rauf mit Mappe, Streber. Fühlt sich gut an, nicht?

Anton Was du da grad gemacht hast …

Marion Punk … das Vorkommnis: Sabotage, vorsätzlich den Unterricht gestört …

Anton war toll! Der Teller wollte gar nicht aufhören zu tanzen. (hebt den Teller auf) Ich hab sowas noch nie gesehen. Und gehört. Eigentlich habe ich dich gesucht, weil …

Marion Punk (lacht) Möchtest du nochmal? Kommt sowieso nicht mehr drauf an.(sie dreht den Teller ein zweites Mal. Ehe er lärmen kann, fängt Anton ihn ab)

Marion Punk Und nun?

Anton Ich habe dich gesucht, weil ich dich fragen wollte: Würdest du mit mir zum Abiball kommen?

Marion Punk (lacht) Was fürn Angebot, na schön, komm du mit mir heut Abend an den See, dann kannst du meiner Clique mal zeigen, wie toll du meine Tellerdrehung findest. Und deinen Einstand geben, der mein Ausstand wird von dieser Schule: „Freundschaft!“ liebe Freunde, macht euern Sozialismus ohne mich! (Black, Musik)

2

(Spot)

Marion Mein See, Kies-See, ich darin als Nixe und kiese mir den Streber für mein Herz. Ach Anton! (lacht) Er hat wirklich den Direktor bequatscht, mir noch ’ne Chance zu geben, macht aus dem Teller ein Experiment, hängt gleich ’ne Hausarbeit dran: Physik, das wirklich Letzte von letzter Chance! Wie war ich verliebt – und eifersüchtig! (Die Bühne wird von einem Lagerfeuer erleuchtet, darum sitzt die Punkerclique. Musik aus einem Kassettenrekorder) So lange her, so kurz die Zeit. Die Kinder groß geworden, unsere, fahren in der Welt herum. Wir auf Mopeds damals durch den Osten. Ziellos zerstreut unterm Diktat der fremden Ziele, voll Sehnsucht aufeinander zu, erschrocken voneinander weg, wenn wir’s nur spürten: der – ein Spitzel auch, will alles wissen, horch und guck und Lug und Trug. Wissen stank nach dem Mief der Macht, Träumen war Halt, Freiheit ein glühender Schmerz vor tausend Zäunen. (geht ab, während die Musik lauter, die Bühne hell wird, Anton und Marion Punk, abgeschminkt und mit „zivilisierter“ Frisur treten auf)

Marion Punk Hey Jungs, das Bier schon warm?

Basti Wie siehst du aus? Wo sind die Würste, und was für ‘n Würstchen schleppst du an?

Anton Ich bin Anton, hätte zwei Granaten anzubieten.

Basti Hey, echter Whisky. Stasi oder Westler?

Marion Punk Er ist okay, Basti, hält mir Ärger vom Hals. Musste mich leider etwas entschärfen, sonst kein Abi.

Tina Wegen dem Typ da machst du dich zur Tussi?

Basti Trink ein Bier, Genosse, auf die Freundschaft.

Tina Und den Abschied, weil’s einer wird, nicht nur von der Schule diesen Sommer, vom See auch. Er wird eingezäunt. Nur das Strandbad bleibt. Gegen Eintritt.

Marion Punk Woher weißt du…

Tina Ordnung, Sicherheit und Disziplin, Genossen! Die sozialistische Datschenbewegung braucht Platz, da müssen schon mal ein paar Hektar Wildwuchs weg. Und Basti zieh‘n sie ein. Er geht drei Jahre zur Asche.

Marion Punk Bist du bekloppt?

Basti Fürs Studium. Mit meinen Noten krieg ich den Studienplatz nur nach drei Jahren Fahne. Prost!

Marion Punk Auf die Anpassung. Danke, Anton, dass du mir hilfst mich anzupassen. Los, braten wir die Würste. Das Feuer braucht Nachschub. Jungs, schafft Holz, sonst kriegt ihr nix zu futtern. (Anton, Basti, 2 Punker ab)

Tina Du hast ein Schwein.

Marion Punk Wegen Anton? Du bist nicht eifersüchtig auf die Speiche – oder? Du hast Basti, den Muskelmann. Dazu den Basti Senior mit Gemüseladen (lacht) aus Ostkohl und Südfrucht wird Westauto.

Tina Nicht komisch. Basti ist längst abgemeldet und ich bin schwanger von ‘nem Italiener.

Marion Punk Du bist …

Tina Genau. Mit Basti schlaf ich schon ein halbes Jahr nicht mehr. Nur Show. Mein Vater bringt mich um.

Marion Punk Wegen der Schwangerschaft?

Tina Wegen dem Italiener. Kanake, Westler, Klassenfeind: ‚Ich kann nicht glauben, dass du uns das antust, unser Vertrauen gröblichst hintergehst!‘ Gröblichst! So redet der. Und schlägt.

Marion Punk Dann schlag zurück. Hau ihm den Schädel ein. Oder was willst du?

Tina Na was schon, Klinik. Nächste Woche. Haste mal ’ne Lulle? (Sie rauchen)

Marion Tina, die Superbraut treibt ab. Kein Land in Sicht, wo die Zitronen blühn.

(Hermann kommt)

Marion Punk Was willst du hier?

Hermann Ich hätte ein paar Fragen. An dich. Nicht im Beisein dieser jungen Dame. Lassen Sie uns allein?

Marion Punk Tina bleib, der Typ hat nichts zu sagen. (Sie dreht den Punk lauter, singt) Hermann, mein roter Bruder schleicht nächtens um den See. Ist dir zu kalt in Moskau, Held der SED? Oder schickt Gorbatschow dich heim? Darauf mach ich mir einen Reim, Der deutsche Musterschüler wird zum Keim … (Geräusch von brechendem und splitterndem Holz, Gejohle der jungen Männer, die Bauholz heranschleppen, ins Feuer werfen).

Hermann Du solltest wenigstens ab und zu an die Familie denken. Deine Mutter ist…

Marion Punk Meine Mutter schuftet sich in der Klinik ab, den Haushalt besorge ich, okay? Und was ich mit meiner Freizeit mache, geht dich gar nichts an.

Hermann Du treibst dich rum, das sehe ich. Schule hört man, ist dir ein Ort zu provozieren, statt dankbar zu sein für Bildung, die du dem Staat verdankst.

Marion Punk Bildung zum Nicken. Mitmach-Training. (Sie ahmt Honeckers Fistelstimme nach) ‚Meine Liebe, meine Treue dem soschelschischen Vatrland!‘ Freundschaft! von Honis Gnaden. Wo nichtmal mehr die ‚Freunde‘ unverdächtig sind, Gorbatschow geht als Gespenst in Osteuropa um, während die ‚Brudervölker‘ Polen, Ungarn euch den Hintern zeigen, soll ich Margots Parolen wiederkäuen, Honi sei Dank, ich glaub mein Schwein pfeift.

Hermann Halt den Mund! Das muss ich mir nicht anhörn. Feindlich-negativ die Einstellung, das zeigst du dreist vor diesen Leuten. Du machst uns Schande, mir und Deiner Mutter.

Marion Punk Lass gut sein, roter Bruder. Deine Karriere ist mir scheißegal.

Hermann Das hat ein Nachspiel. (ab)

Marion Punk Du feiges Bonzenschwein.

Basti Ärger? Soll ich ihm hinterher?

Marion Punk Bloß nicht.

Anton Wer war das?

Marion Punk Mein idiotischer roter Stiefbruder, demnächst Diplomat in Diensten der DäDäRÄäää nach erfolgreichem Studium w unwersisitetje imjeni Lomonossowa.

Tina Nette Familie. Was ist mit Whisky? Los, saufen wir auf unsere tolle Zukunft! Auf den Punk! (alle trinken)

Marion Punk Als in Peking Panzer über Studenten walzten, hat Hermann applaudiert. Ein treuer Fan von Egon Krenz „Hoch die internationale Solidarität! Hoch die internationale …“ (alle außer Anton stimmen in den sarkastischen Sprechchor ein)

Anton Sie machen wirklich alles kaputt. Sogar die Physik.

Tina Hoppla Marion, was hat dein neuer Freund?

Anton Ich meine ja nur. Solidarität ist doch eigentlich gut. Die Naturkräfte … sind doch zum Guten da, nicht für Atomraketen. Und … ach, Scheißpolitik. Trinken wir.

Punker 3 Atomkraft ist überhaupt Scheiße, siehst du doch an Tschernobyl.

Tina Keiner will das Zeug mehr. Macht kaputt, was euch kaputt macht! Scheiß auf Kernkraftwerke! Macht kaputt, was euch kaputtmacht! (wieder nehmen alle den Rhythmus auf, skandieren, brechen Holz, werfen es ins Feuer)

Marion Punk Na los, Anton, was ist, mach mit und fang die Scheibe. Hier geht der Punk ab! (Musik wird extrem laut, alle grölen, singen durcheinander, spielen Frisbee mit Plastiktellern. Von fern ist ein Martinshorn zu hören, kommt näher)

Basti Scheiße die Bullen, nichts wie weg!

(Blaulichter, Suchscheinwerfer, Rufe „Halt, stehenbleiben, Volkspolizei!“, hektisches Gerenne der Punks gegen Zäune, Teller fliegen, in einer Slapstickszene entwischen alle nach und nach, nur Anton und Marion werden festgenommen, das geschieht mit brutaler Härte. Black oder Tableau.)

 

Wetterwut und Klimawahn

2013-05-12 14.16.15Dass wir ein trübes, graues und niederschlagsreiches Jahr erleben, ist nicht ungewöhnlich. Aber es fordert den gewöhnlichen Voluntarismus heraus. Es empört ihn. Er hat sich an den Gedanken gewöhnt, die Welt, also auch Wetter und Klima, ließen sich nach seinen Wünschen einrichten. Die Natur hat sich gefälligst auf Wochenenden, Brückentage und Urlaubsplanungen einzustellen. Schlechtes Wetter darf stattfinden, wenn Mensch einer – oft mit Verdruss ausgeübten – Erwerbstätigkeit nachgeht, wenn also Sauwetterzeit nicht Freizeit ist. Diese Freizeit ist des modernen AnGestellten Heiligstes, schon der Nachwuchs wird in den Schulen entsprechend konditioniert.

Entlockt ihm die Drohung, das Industriezeitalter, dem er Wohlstand, Gesundheit und eine stark erhöhte Lebenserwartung verdankt, münde in eine Klimaerwärmung, nur ein Lächeln, da sie ja den Ostseeurlaub dem auf Mallorca gleichstellt, wecken kalte Wintertage seine Spottlust gegenüber den Propheten der Potsdamer Klimakirche mit Erzbischof Schellnhuber an der Spitze, so werden ihm doch Wochen mit undichten grauen Wassersäcken am Himmel zur Seelenqual. Kein Grillabend, nirgends.

So etwas empört alle. Der Einzelhandel gerät aus dem Rhythmus der Grillkohle- und Schlussverkäufe, Gastronomen leiden Not, Energiepreise steigen, Spargel und Erdbeeren sind teuer und geschmacksarm, Depressionen werden endemisch. Nur eines ändert sich nicht: die Massen von Müll wachsen und verwandeln als Abgase, Abwässer, Abfalldeponien,  Lichtverschmutzung unseren Planeten in einen unheimeligen, gar unheimlichen Ort. Immer weniger Reservate taugen, dem Urlaubenden ein Gefühl heiler, sonniger Natur (“Die Sonne schickt uns keine Rechnung!”) vorzugaukeln – sich dorthin zu flüchten, wird zum Privileg der Superreichen.

Tiere und Pflanzen haben’s leicht: Sie passen sich an oder sterben aus. Das will der Voluntarist nicht. Er sucht sein Heil bei Windmühlen, Solarzellen, E-Mobilen. So kann er weiter produzieren, verkehren, verzehren. Dass Windmühlen, massenhaft in die Landschaft gestellt, die Energieflüsse der Atmosphäre verändern, dass Hoch- und Tiefdruckgebiete bei derart veränderten Randbedingungen sich umgestalten, so dass Wolkenzüge womöglich nicht mehr abreißen, dass Europa, Ort sauberer Fabriken, seine weniger sauberen Fertigungsstätten für Solarmodule, seinen exorbitanten Ressourcenverschleiß, seinen Müll überallhin exportiert, ist dem vom Regen gequälten Moralökologen Tofu. Wurst ist ihm verdächtig, der eigene Verschleißanteil an Natur nicht. Er will bleiben wie er ist: Die Umweltschweine sind die anderen. Also sollen gefälligst die Chinesen, Inder, Indonesier, Brasilianer darauf verzichten, europäischen oder US-amerikanischen Lebensstandard zu erreichen. Sie machen schließlich den meisten Dreck und Kernkraftwerke betreiben sie obendrein.

Und jetzt kommt’s: Die Natur spielt dabei einfach nicht mit! Ausgerechnet den Saubermännern verhagelt sie die Freizeit! Dabei war es doch so wunderbar, Opfern von Hurricans, Tornados, Tsunamis, Fluten, Waldbränden, Erdbeben mit überreicher Barmherzigkeit zu demonstrieren, dass Wohlstand mit überlegener Moral einhergehen kann, wenn nur die richtigen Weltbilder den Blick auf die Müllberge, Gaswolken, Giftströme verstellen, die vom eigenen Territorium in entlegene Weltgegenden verschoben werden! Was tut die Natur? Sie bestraft das gute Gewissen durch Monate schlechten Wetters! Und niemand spendet für die tiefdruckverfolgten Deutschen!

Da kann doch irgendetwas nicht stimmen!

Wie Sündenböcke Quote machen

sündenbock

Unser Gehirn hat ein Problem: “WARUM” ist seine Lieblingsfrage. Und die Antwort erfolgt reflexhaft – seit Millionen Jahren. Was das für unsere Wahrnehmung und unser Zusammenleben bedeutet, damit befasst sich Kapitel 4 in “Der menschliche Kosmos”. Demnächst wird eine neue Fassung im Weblog “Kosmosmensch” publiziert. Hier eine Kostprobe:

4. Kapitel

Mir nützt, was anderen schadet – das egozentrische Weltsystem

Wahrnehmung und Wahrnehmungsfehler des egozentrischen Weltsystems. Rollenspiele vor der Gaskammer. Mitleid und Schadenfreude als soziale Schmiermittel.

Das älteste und unentbehrlichste Haustier des Menschen ist der Sündenbock.

Dieses Tier besitzt einige erstaunliche Eigenschaften: Es ist praktisch fast überall und jederzeit verfügbar, ohne dass es anwesend sein müsste. Seine Gestalt ist von unbegrenzter Mannigfaltigkeit: gerade war es noch der Nachbar mit seinem knatternden Rasenmäher, da nimmt es schon verallgemeinert die Form einer stinkenden, umweltzerstörenden Autolawine an, beschleunigt jäh bis zum Überschallknall eines Militärjets. Die Fratze der Kommunisten erscheint kurz im Abgasstrahl. Die Menschen schütteln noch die Fäuste gegen den Himmel, da plumpst der Sündenbock ihnen als Kohlendioxyd speiender amerikanischer Politiker vor die Füße. Der aber löst sich sofort in Nebel auf: „Die CIA!“ raunt es dunkel. „Die Illuminati“, grunzt der populärwissenschaftlich gerüstete Papa und greift zum Bier. Auf dem Bildschirm erscheint ein mit professoralen Weihen geadelter Sachverständiger und schickt sich an, den Schuldigen des jeweiligen Elends dingfest zu machen, aber plötzlich verlischt das Bild.

„Vanessa, du kleines Mistvieh, leg sofort die Fernbedienung auf den Tisch“, kreischt die Mama, es folgt das Geräusch eines schweren pädagogischen Missgriffs und das Geplärr jener kleinen, schwachen Figur, in die der Sündenbock gerade inkarniert ist.

Vom Sündenbock lässt sich nur eines mit Sicherheit sagen: er ist schuld. Niemand hat meines Wissens – und das grenzt in der Ära des quantifizierenden Denkens an ein Wunder – genau quantifiziert, wie viel Zeit Menschen im Laufe ihres Lebens mit der Jagd nach dem Sündenbock verbringen. Es ist sehr viel. Denn nicht nur die wirkliche Jagd – etwa auf den Pfuscher am Arbeitsplatz oder in der Verkehrsbehörde – frisst ja Zeit, auch die Beschreibungen, Analysen, Klassifizierungen seiner politischen, wirtschaftlichen, moralischen Erscheinungsformen müssen dazu gerechnet werden, seine Auftritte auf Bühnen, in Film, Funk, Fernsehen und Computerspielen, in Büchern und Zeitschriften. Genaugenommen sind wir mit wenig anderem so ausdauernd beschäftigt wie mit ihm, dem Sündenbock, oder anders gesagt, damit, Feindbilder zu zeichnen und Schuld zuzuweisen.

Demnächst mehr zum “Kosmos” und zur Frage, wieso wir alle gerne mal zum Mob gehören.